Arbeitskreis bekennender Christen

Gesetz Gottes nicht dem Zeitgeist opfern

Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern e.V. (ABC)
Sprecher: Hans-Joachim Vieweger
 
Presseinformation vom 12.05.2014

Kirche darf das Gesetz Gottes nicht dem Zeitgeist opfern
Alttestamentler Stefan Felber beim ABC: Gegen eine Kultur des „Così fan tutte“
Gunzenhausen – Der Baseler Alttestamentler Stefan Felber hat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vorgeworfen, sich in ihren öffentlichen Stellungnahmen zu sehr am Zeitgeist zu orientieren. Das Motto der EKD könne man häufig mit dem Titel der Mozart-Oper „Così fan tutte“ überschreiben: „So machen es alle.“ Diese Gefahr sieht der Theologe vor allem bei den ethischen Diskussionen der jüngeren Zeit, wie beim umstrittenen EKD-Familienpapier. Hier habe die Kirche ihre Sicht der Dinge vor allem aus den Erkenntnissen der Soziologie gewonnen, so Felber bei einem Vortrag vor dem Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC) im mittelfränkischen Gunzenhausen.

Nach Felbers Ansicht müssen die ethischen Normen vielmehr aus dem biblischen Wort herausgearbeitet werden, wobei er insbesondere auf die Bedeutung der Schöpfungstheologie verwies: „Weil Gott die Welt geschaffen hat, hat er auch einen Anspruch auf unser Leben.“ Es gebe zwar keinen einfachen Schritt „vom Sein zum Sollen“, so Felber, da das Menschsein durch die Sünde belastet sei. Dennoch lasse sich mit einem bibelgeleiteten Blick auf die Schöpfung Gottes erkennen, welche ethischen Maßstäbe für das Leben aus christlicher Sicht zu gelten hätten. Dies habe die Kirche auch heute zu lehren, selbst wenn sich der Zeitgeist durch einen Verzicht auf allgemein gültige Wahrheiten und die Selbstkonstruktion des Menschen ohne Gott auszeichne. Den ABC rief er vor diesem Hintergrund auf, innerkirchlich immer wieder auf die Gültigkeit von Bibel und Bekenntnis zu drängen. Hilfreich sei auch, den Katechismus Martin Luthers neu ins kirchliche Bewusstsein zu bringen.

Dem Vortrag von Felber schloss sich die Mitgliederversammlung des ABC Bayern an. Dabei warb der Verbandsinspektor des Landeskirchlichen Gemeinschaftsverbands und Landessynodale Konrad Flämig (Puschendorf) für eine breite Unterstützung der Initiative „Zeit zum Aufstehen“. Mit dieser Initiative rufen führende Vertreter verschiedener Gemeinschaften in der evangelischen Kirche im Vorfeld des Reformationsjubiläums 2017 die Grundlagen des evangelischen Glaubens in Erinnerung – von der zentralen Bedeutung von Jesus Christus über die Bedeutung der Heiligen Schrift bis hin zur orientierenden Funktion der Ehe von Mann und Frau. Dieser Erklärung hat sich auch der Vorstand des ABC angeschlossen.

Im ABC Bayern haben sich Verantwortliche aus rund 20 kirchlichen Gemeinschaften, Verbänden und Werken zusammengeschlossen, so die landeskirchlichen Gemeinschaftsverbände, die Geistliche Gemeindeerneuerung und der CVJM. Erster Vorsitzender ist der oberfränkische Pfarrer Till Roth (Redwitz a.d. Rodach)./

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